Exemplare der früheren Alheimer Bücherei in Containern aufgetaucht

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Champollion : sein Leben und sein Werk - University of Toronto.

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Sie würde es wohl verdienen!! Aber Papa sagt, zu einem Beruf darf man niemand zwingen, sonst hat der andere sein Leben lang die Ausrede, er ist nur gezwungen das und das geworden. Dann ist er auch etwas falsch; denn wie er nach der Matura von Graz zurückgekommen ist, hat er ausdrücklich gesagt: Was sollen denn da wir sagen?

Er kann abends ausbleiben bis zehn und kommt nie zur Jause und tut überhaupt, was er will. Jetzt tut sie, als ob sie sich gar nicht mehr erinnern könnte und drum erinnere ich sie absichtlich so oft daran, wenn wir allein sind. Neulich sagte sie gar: Heute hatte ich eine wahnsinnige Angst in der Rechenstunde.

Die Hella wurde auf einmal ganz dunkelrot und da dachte ich mir: Lainer, was hast du der Br. Nur die Hella sagt in der Pause zu mir, ich sei manchmal urblöd. Es ist nämlich nicht eingetreten bei ihr. Das ist wirklich ausgezeichnet und die Hella sagt, das habe ich in einem lichten Moment gefunden.

Das tue ich nämlich wirklich, weil ich immer glaube: Wir werden auch nicht aufs Eis gehen, weil man sich immer fürchtet, während man auf dem Eis ist, könnte es der Mama schlechter gehen. Die Mama ist so gut und lieb, sie will, wir sollen nur aufs Eis gehen, damit wir uns zerstreuen und nicht immer an die Operation denken.

Aber die Dora sagt auch, das wäre unmenschlich, aufs Eis gehen, wenn in ein paar Tagen die Mutter operiert wird. Und der Papa sagt gestern abends zu uns: Die Dora sagt, das war abgekartet vom Papa, weil ich mich gar nicht beherrschen kann. Gott, wer kann denn das? Die Dora weint ja auch den ganzen Tag; und ich habe auch in der Schule so furchtbar geweint und die Hella auch. Gott sei Dank, es ist alles gut vorüber gegangen; in 14 Tagen ist die Mama wieder bei uns.

Wir gehen jetzt alle Tage zur Mama ins Sanatorium; am liebsten ginge ich allein, aber wir gehen leider immer alle zusammen, d. Nämlich die Dora geht bestimmt allein zur Mama, heute hat sie sich verraten mit den Blumen, sie tut, als ob es nur ihre Mama wäre. Wie wir am Donnerstag das erstemal bei der Mama waren, haben alle nur geflüstert und die Mama hat geweint, obwohl sie durch die Operation wieder ganz gesund wird. Gestern war leider die Tante Alma mit uns zugleich dort und da sagte der Papa, so viele Leute auf einmal regen die Mama zuviel auf, wir müssen fortgehen.

Natürlich hat er in Wirklichkeit gemeint, die Tante Alma und die Marina sollen fortgehen, aber die Tante hat nicht kapiert oder nicht kapieren wollen. Wozu die Tante überhaupt gekommen ist? Heute war ich doch allein bei der Mama. In der Schule habe ich gesagt, ich habe greulich Kopfschmerzen, ob ich aus der französischen Stunde weggehen kann; das war nämlich auch wirklich wahr.

Und zur Mama habe ich gesagt, die Frau Dr. Dunker war krank, wir hatten keine Stunde. Eigentlich soll man jemanden Kranken nicht anlügen, aber das war eine fromme Lüge , wie die Mama der Hella immer bei so etwas sagt, und herauskommen wird es auch nicht, weil die Frau Dr. Dunker in der IV. Zuhause wollte ich erst überhaupt nichts sagen, aber wie wir uns nach dem Essen anzogen, um zur Mama zu gehen, sagte ich so en passant: Haben sie dich den beim Portier so ohneweiters allein hineingehen lassen?

Zum Glück kam gerade die Tante herein und sagte: Kranksein wird bestraft als unerlaubte Handlung im Sinne des Paragraphen 7 des Mutter- und Hausfrauengesetzes. Der Professor sagt, es geht sehr gut vorwärts und in einigen Tagen darf sie heraus.

Abends wie wir aus dem Speisezimmer gehen, sagt der Papa: Und wie ich zurückkomme, so nimmt er mich an der Hand und sagt: Das brauchst du doch nicht verheimlichen. Hat sie es dir gesagt von neulich? Ohne die Dora würde ich überhaupt nie lügen. Der Papa ist ein Engel. Er und ich gingen vormittags zur Mama und die Tante und die Dora nachmittags. Aber den letzteren bekomme ich nicht, da war die Mama ganz entsetzt und sagte: Aber liebes Kind, das ist nichts für dich; wer hat dir denn das in den Kopf gesetzt; sicher die Ada?

Das würde dir, wie ich deinen Geschmack kenne, wirklich nicht gefallen. Wir hatten alles mit Blumen garniert. Durch die Krankheit der Mama habe ich gar keine Zeit gehabt, von der Schule etwas zu schreiben, obwohl schon manches zum Schreiben gewesen wäre, z. Das ist nämlich wirklich wahr, z. Ich habe immer Vorzüglich auf jeder Schularbeit und Hausarbeit, also mir ist das egal, aber die Verbenowitsch ärgert sich furchtbar, weil sie nicht mehr der Liebling ist, wie bei der Frau Dr. Und neulich war etwas sehr Unangenehmes in der Mathematikstunde.

Bei der Frau Dr. Also, alle Mädchen haben wirklich nicht gelacht, z. Das blöde Lachen kann ich auch nicht leiden. Heute ist der Oswald gekommen; er ist einfach gottvoll. Er sagte immer, im Gymnasium wird alles Männliche in einem erstickt. Also er hat einen wunderbaren Schnurrbart und die Hella ist ganz weg von ihm. Sie hat ihn zuerst gar nicht erkannt und ist zurückgeprallt, erst an der Stimme hat sie ihn erkannt. Er hat sie zuerst Fräulein angesprochen, aber ihre Mama hat gesagt, das ist ein Blödsinn.

Na, also blödsinnig ist es gerade nicht, einfach sehr fein!! Der Mama war gestern sehr gut und das lange Aufbleiben hat ihr nichts geschadet. Ich bin glücklich, wir haben jede eine Krawattennadel mit einem Saphir und drei kleinen Brillanten bekommen, sie sind aus Ohrgehängen von der Mama gemacht, die sie nie trägt. Und die Büchertasche und die Erzählungen von Stifter freuen mich auch riesig und die Taschentücher mit der Krone und alles andere. Und von der Hella den Ridikül mit meinem Monogramm und ebenfalls der Krone.

Wir brauchen eigentlich zwei Schreibtische, aber die hätten keinen Platz im Zimmer. Aber ich werde mir das Ecktischchen als Schreibtisch herrichten und dort alles hinstellen, was mir gehört. Gestern bei Bruckner, das war wirklich greulich. Wir waren einfach entsetzt und empört. Aber ihr Mann ist riesig zärtlich zu ihr; hübsch ist sie nicht, besonders die Würsteln unter den Augen sind ekelhaft.

Viele Frauen sollen so aussehen, wenn sie schw Sie hat ein Umstandskleid , da sieht man erst recht alles! Hoffentlich gehöre ich zu den ersteren, falls ich überhaupt Nein, es ist doch greulich, auch wenn man dadurch schön wird; wenn ich nur an die Frau von Baldner denke, wie die ausgeschaut hat heuer im Sommer, und von der hat der Papa immer gesagt, sie ist bildschön. Wir sind dann bald nach der Jause ins Zimmer der Hella gegangen und sie sagte, lange hätte sie sich es nicht mehr ausgehalten, so hätte sie sich übergeben.

Also natürlich kommt sie zu uns, da braucht ihr, Gott sei Dank, nicht übel werden. Das begreife ich sehr gut und sie braucht sich überhaupt vor mir nicht zu entschuldigen. Der Oswald sagte am Abend: Der Papa der Hella sagte von mir einfach, ich bin reizend, und nicht so blöd: Das hasse ich, dieses immer in die Zukunft reden.

Übrigens war der Oswald riesig galant gegen die Hella. Er sagte zwar, wenn er sie nicht allein für sich haben könne, dann pfeife er auf die Besuche. Ich verstehe das ganz gut. Aber so sind die Burschen. Aus den Augen, aus den Sinn. Heute war die Frau Hofrätin Richter da, aber nur vormittags auf eine Viertelstunde. Kein Wort vom Viktor, obwohl ich deswegen eigens im Salon geblieben bin. Also da hatte sie ganz Recht, sie wird doch nicht mit ihm in eine Konditorei gehen.

Er tut mir wahnsinnig leid, denn er liebt sie enorm. Aber sie wird erst zur Vernunft kommen, wenn es zu spät ist. Geredet hat sie kein Wort, ich glaube, auch nicht zur Mama. Nur nachmittags spielte sie lauter traurige Musik und daran merkt man sofort, wie viel es geschlagen hat. Gestern hatte ich keine Zeit zum Schreiben, weil wir Besuch hatten, allerdings ziemlich faden, die Liste und die Trobisch; die Julie Tr.

Heute hat der Unterricht wieder begonnen, Gott sei Dank mit einer Deutschstunde. Auf einen guten Anfang halte ich wirklich etwas, obwohl ich sonst absolut nicht abergläubisch bin. Das soll Glück bedeuten. Hochwichtig, bei der Hella seit gestern abends! Sie war gestern nicht in der Schule, da ihr schon vorgestern furchtbar schlecht war und ihre Mama schon glaubte, sie bekomme noch einmal Blinddarmentzündung.

Sie sieht so leidend und interessant aus, ich war den ganzen Nachmittag und Abend bei ihr; und zuerst wollte sie mir nicht recht sagen, wie und was. Aber wie ich sagte, ich gehe weg, wenn sie es mir nicht sagt, sagte sie: Und früher am Freitag hatte schon ihr Doktor gesagt: Warten wir ab, es kann auch andere!! Und dann flüsterte er zu ihrer Mama, aber die Hella verstand doch das Wort aufklären. Lächerlich, also ich bin noch ein Kind! Juli werd ich auch 14 und wenigstens 1 Monat vorher wird es auch bei mir sein, also höchstens 6 Monate bin ich noch ein Kind.

Die Hella und ich haben furchtbar gelacht, aber ein bissel was bildet sie sich doch ein; sie gibt es zwar nicht zu, aber ich habe es recht gut gemerkt. Wegen der Schule ist es der Hella schrecklich unangenehm und vor ihrem Papa. Aber ihre Mama hat ihr versprochen, sie sagt ihm nichts. Wenn es wahr ist!!! Die Hella war heute trotzdem in der Schule.

Ich habe sie fortwährend angesehen, und in der Pause hat sie gesagt: Dunker will die Hella gleich entlassen, aber sie sagt auf Französisch — das hat die Dunker riesig gern — sie bleibt schon bis zum Ende der Stunde.

Er wollte nach der Vorstellung ohnehin zu ihnen kommen. Der Jenö hat Mumps, das ist eine schrecklich unangenehme Krankheit, und ich würde das nie eingestehen, wenn ich ihn bekäme. Die ärgsten Krankheiten sind die, wo man geschwollen ist. Nächstnächsten Sonntag sind der Lajos und der Jenö und ich natürlich bei Br. Jetzt habe ich eine Woche nicht geschrieben, wir haben wahnsinnig viel zu lernen, besonders in Französisch, wo wir sehr zurück sein sollen, so behauptet wenigstens die Dunker!!

Sie kann die Madame Arnau nicht leiden, das sieht man deutlich. Also mir war die Mad. Arnau entschieden lieber, schon weil sie keine Wimmerln hat. Und in Geschichte beim Prof. Niemand bekommt vorzüglich, höchstens die Verbenowitsch, aber die lernt auch aus einem Buch, aber nicht aus unserem, sondern dem, nach dem der Herr Prof. Welche Folgen hat dieses Ereignis gehabt? Neulich hat der Herr Prof.

Warum bist du weggerannt? Aus einem solchen Verhältnis hinter dem Rücken der Eltern kann kein Glück erblühen. Da hatte ich eine furchtbare Wut und sagte: Vom Viktor haben auch die Eltern nichts wissen dürfen und du warst doch riesig glücklich. Heute ist der Mama wieder sehr schlecht, trotz der Operation. Ich habe auch der Hella nichts davon gesagt, weil sie wahrscheinlich sagen würde, das ist ein Unsinn, aber ich tue es doch lieber so; nicht weil die Dora schon zweimal so anzüglich von einem reinen Gewissen geredet hat, sondern weil mich nichts freut, wenn die Mama krank ist.

Die Mama ist ein Engel. Gestern fragte sie die Tante Dora: Heute war Mathematikschularbeit und deswegen konnte ich gestern nicht schreiben. Wir haben uns himmlisch unterhalten am Sonntag. Ich kann gar nicht schreiben, so zittert mir die Feder in der Hand vor Lachen. Meistens in Wien und einige auch in Wr. Alle Offiziere wissen es, aber ertappen darf sich keiner lassen.

Da erzählte ich ihm das vom Oswald, und da sagte er: Er ist eben immer Zivil gewesen, beim Militär ist das ganz anders. Ja, aber da gehören zwei dazu! Ich möchte so gern wissen, ob die Mademoiselle am Montag wieder um 7 Uhr durch die W Jetzt ist mir ein wunderbarer Einfall gekommen und die Hella findet ihn einfach pyramidal. Wir schreiben der Mademoiselle anonym betreffs dieser Mittel und damit niemand meine Schrift erkennt, so schreibt die Hella.

Wir müssen ihr helfen, Gott, die Arme. Also darum ist die Dora auf einmal so entrüstet. Und das ist wahr, bei dem Stubenmädchen vom Prof. Höfer habe ich es zu allererst gemerkt, nicht einmal der Papa hat es gekannt. Also wir haben ihr geschrieben, d. Also, was man wegen Briefen für eine Angst aussteht! Heute sagt die Schuldienerin in der Pause: Lainer aus der III.?

Ein Brief ist für Ihnen da. Das ist doch zu blöd! Ich gehe absolut nicht in die Theater kanzlei mich erkundigen und die Hella sagt auch, ein solches Ansinnen ist eine Frechheit! Ich soll ihr einen ordentlichen Brief schreiben, in was für eine Verlegenheit sie mich in der Schule hätte bringen können. Die Ada hat wirklich ein Radl zuviel, scheint mir, wie ihr Papa immer sagt.

Das ist doch unerhört! Die Frau Berger hat geglaubt, ich werde ihr für den Brief etwas geben; ich möchte wissen, für so einen Brief, das ist doch lächerlich, dafür werde ich doch nicht 20 Kreuzer hergeben. Ich habe also der Frau Direktorin gesagt: Was an Papieren, daliegt, bleibt eben liegen. Eine solche Frechheit, da hört sich schon alles auf! Heute haben wir die Zeugnisse bekommen. Ich habe kein einziges Befriedigend, lauter Lobenswert und Vorzüglich. Die Eltern haben sich riesig gefreut, und wir haben jede 2 K bekommen.

Die Dora hat nämlich lauter Vorzüglich, nur drei Lobenswert; also sie lernt auch wahnsinnig und sie geht auch wieder in Latein bei der Frau Dr. Wenn sie nächstes Jahr wieder die Unterstufe hat, gehe ich auch, weil wir sie dadurch 3 Stunden mehr haben in der Woche. Richtig, die Franke hat tatsächlich Lobenswert in Math, und Physik, obwohl sie sehr wenig kann.

Am ärgsten ist es beim Herrn Prof. Morgen ist bei Br. Der Lajos und der Jenö kommen und die beiden Ehrenfeld, weil die Hella sie sehr gern hat; besonders die Trude, die ältere, d. Sie sind erst seit heuer bei uns im Lyz. Ich gebe der Hella eine elektr. Es war einfach phenommenal! Aber wir haben uns gar nicht gekümmert um sie, das Speisezimmer, das Zimmer der Lizzi und das Kabinett der Hella waren für uns hergerichtet.

Aber Gott sei Dank, es ist nicht passiert. Ich habe eigentlich solche Sachen nicht sehr gern, weil ich mich auch immer fürchte, es könnte etwas passieren. Der Lajos hat der Hella öffentlich!!

Den soll sie immer tragen, bis er durch einen goldenen — nämlich den Ehe -ring ersetzt wird. Diese Sachen sind so unangenehm und drum will kein Bursch zuhaus bleiben, weil immer um alles gefragt wird, was man hat und tut und trägt. Nach der Jause sangen wir: Überhaupt eine solche Geburtstagsfeier wie gestern habe ich noch nie erlebt.

Das ist auch nur im Winter möglich; bei mir, am Juli, kann das nie sein, weil gerade die Personen, die man liebt!! Es sollte eigentlich niemand in den Ferienmonaten Geburtstag haben, sondern höchstens von Ende September bis Juni.

Wenn ich nur auch schon 14 Jahre wäre, ich kann es gar nicht erwarten. Die Mama der Hella sagte auch zu ihr beim Gratulieren, sie ist jetzt kein Kind mehr, sondern eine Erwachsene; wenn ich es nur auch schon wäre!!! Wir haben eine neue Schülerin bekommen. Alle Mädchen und Lehrkräfte sind entzückt von ihr. Sie ist so klein wie zehn Jahre, aber reizend schön.

Sie ist die Tochter eines Bankdirektors in Hamburg; er hat sich erschossen, warum, das wissen wir nicht. Sie spricht ganz Norddeutsch. Fuchs ist ganz vernarrt in sie und die Frau Direktorin ist auch riesig lieb zu ihr. Heute sind wir mit der Anneliese nachhause gegangen, die Hella und ich.

Die Dora findet sie auch reizend, die ganze Schule ist verliebt in sie. Sie wird auch mit uns in die Turnschule gehen; ich freue mich riesig. Sie wird zwar nicht neben mir und der Hella stehen, weil sie so klein ist; aber wir können sie doch immer anschauen, ihr alles zeigen und ihr bei den Geräten helfen. Ich sagte ihr, das sei bestimmt nicht wahr, aber ob die Anneliese nicht zum Verlieben sei?

Und die Frau Direktorin und die Frau Dr. Aber am Sonntag ist sie bei der Hella eingeladen und da ich natürlich auch hinkomme, freue ich mich riesig. Aber lieber wäre es mir natürlich bei uns zuhause; wegen der Mama geht es leider jetzt nicht.

Die Dora glaubt, die Mama müsse noch einmal operiert werden, das glaube ich nicht, denn eine solche Operation kann man nur einmal machen. Bei Bruckner war es himmlisch!

Die Anneliese kam erst um vier Uhr, weil sie erst um 3 Uhr mittagessen. Ihre Mama ist nämlich tatsächlich im Sanatorium, weil sie nerven krank ist. Jetzt ist die Anneliese bei ihrem Onkel und ihrer Tante. Aber sie weint oft um ihren Papa und um ihre Mama. Bei den Gesellschaftsspielen war sie aber ganz lustig, sie gewann gerade die schönsten Sachen, eine Taschentoilette, eine gefüllte Bonboniere, einen Jux-Elephanten, einen Neger mit einer Vase und noch anderes.

Ich gewann einen Stehtintenwischer, eine Doppelvase, einen Goldkrayon, sehr viele Bonbons und ein Notizbuch. Die Hella gewann auch eine Menge und ihre zwei Kusinen und die Jenny ebenfalls. Sie wurde schon um 7 Uhr abgeholt, ich ging um 8 Uhr fort. Morgen sind die Hella und ich bei der Anneliese eingeladen. Ich freue mich so. Gestern waren wir bei der Anneliese. Sie wohnt mit ihrer Kusine zusammen; die ist erst 11 Jahre und geht nur in die Bürgerschule, aber sie ist ganz nett.

Sie haben nur drei Zimmer und sind nicht besonders schön eingerichtet. Es war nicht so unterhaltend wie bei der Hella. Gespielt wurde ohne Gewinnste und das ist fad; es liegt einem ja nichts an den Gewinnsten selber, aber wozu spielt man, wenn man nichts gewinnt? Dann wurde vorgelesen aus einem Geschichtenbuch. Die Hella ist doch schon vierzehn und ich werde es in ein paar Monaten.

Aber die Hella hatte ganz recht; im Gespräche sagte sie: Die Dora ist ganz verweint und mir zittern die Knie. Am Freitag kommt die Mama ins Sanatorium. Am Donnerstag kommt wieder die Tante Dora und bleibt bei uns, bis die Mama gesund ist.

Gott, ich fürchte so die Operation und fast noch mehr das Wegfahren der Mama. Das ist schrecklich; aber es haben ja so viele Leute Krebs und sterben doch nicht.

Morgen kommt die Mama wieder nachhause. O ich bin so froh! Im Sanatorium ist alles so still und man getraut sich kaum zu reden auf den Gängen.

Die Mama hat gesagt: Wir waren täglich bei der Mama im Sanatorium und brachten ihr Veilchen und andere Blumen, weil sie die ersten Tage nach der Operation nichts essen durfte. Aber jetzt, zuhause ist es doch ganz anders. Ich wäre morgen gern von der Schule zuhaus geblieben, aber die Mama sagte: Natürlich gehen wir, aber aufpassen kann ich unmöglich beim Unterricht. Jetzt schläft die Mama. Sie sieht sehr schlecht aus und hat noch immer Schmerzen.

Die Ärzte müssen es doch nicht recht verstehen; denn wenn sie sie ordentlich operiert hätten, könnte sie doch nicht jetzt nach der zweiten Operation Schmerzen haben. Ich möchte wissen, was die Mama mit der Dora geredet hat, weil beide geweint haben. Obwohl die Dora und ich jetzt ganz gut mit einander sind, wollte sie es mir nicht sagen, sondern sagte, sie habe es Mama versprochen, nichts darüber zu reden. Weil die Dora nur sagte: Solche Andeutungen hasse ich, da ist es besser, gar nichts zu sagen.

Wenn die Mama wieder aufstehen darf, fährt sie zur Erholung nach Abbazia und wahrscheinlich fährt die Dora mit ihr. Nächste Woche soll die Mama mit der Dora nach Abazzia fahren. Die Dora glaubt, ich beneide sie wegen der Reise und sagte: Ich trage jetzt meist eine schwarze, und seit gestern eine braune, weil die Mama sagt: Ich komme gar nicht zum Schreiben.

Es ist so traurig bei uns, denn der Mama geht es sehr schlecht. Morgen kommt der Oswald in die Osterferien und die Mama freut sich riesig auf ihn. Ich sollte mit der Hella und ihrem Papa nach Maria-Zell fahren, weil sie vielleicht heuer in Mitterbach oder Mitterberg, das liegt bei Maria-Zell, eine Sommerwohnung nehmen werden. Aber ich gehe nicht mit, weil ich nicht aufgelegt bin dazu, und ich glaube, es ist auch der Mama lieber; denn sie sagte: Und da konnte ich mich nicht zurückhalten und weinte sehr und sagte: April, gerade am Sonntag nach Ostern ist die Mama gestorben.

Ganz offensichtlich wird davon ausgegangen, dass Schulbibliotheken zwar von Lehrenden und Lernenden genutzt werden, aber das es nicht notwendig wäre, dazu längere Ausführungen zu präsentieren. Das Lehrerinnen und Lehrer die Schulbibliothek führen könnten oder das Wege gesucht werden könnten, die Bibliothek direkt mit der jeweiligen Schulgemeinschaft zu verbinden, scheint für den Autor kein Thema gewesen zu sein. Zudem gibt es eine kurze Aufzählung von möglichen Nutzungen der Bibliothek durch Lernende:.

Für breit angelegte Projektunternehmungen steht umfangreiches Forschungs- und Anschauungsmaterial zur Verfügung. Die Gruppen tragen die verschiedenen Informations- und Anschauungsmittel zum Thema zusammen […]. Einerseits klingen die Vorschläge dazu, wie Schulbibliothek prinzipiell genutzt werden sollten, heute nicht viel anders. Andererseits sind die Angaben recht allgemein gehalten und auch erstaunlich: In der Broschüre wird nämlich nicht darauf eingegangen, wie der Bestand so aufgebaut werden kann, dass er sich für diese Übungen eignet, es wird offenbar einfach davon ausgegangen, das eine ausreichend grosse Anzahl von Medien genügend Material beinhalten würde.

Trotzdem sind die Hinweise aus der Broschüre nicht einfach mit den heutigen gleichzusetzen: Es zeigt sich immer wieder, dass der Schulbildung eine andere Aufgabe zugeschrieben wird, die mit den Schulbibliothek besser zu meistern wäre, als heute. Sie wendet sich sozialen Lernformen und selbständigem, forschendem Arbeiten im Partner-, Gruppen- und Klassenverband zu; dazu bedarf sie neuzeitlicher Hilfsmittel und Einrichtungen. Unerlässlich ist eine gut eingerichtete Bibliothek im eigenen Hause: Hier kann der Schüler dazu geführt werden, Informationen selbständig zu erwerben und damit sein kritisches Urteilsvermögen zu entwickeln; hier kann er lernen, sich ein Leben lang selbständig weiterzubilden.

Erstaunlich ist an diesem Abschnitt vor allem, dass das gleiche — inklusive der Behauptung, dass sich die Schule jetzt gerade vom Frontalunterricht abwenden würde -, aber mit einer anderen Zielsetzung, heute auch oft geschrieben wird. Die Frage ist, ob sich der Diskurs geändert hat — und einfach behaupten muss, die Tools wären neu — oder ob die pädagogischen Grundsätze und Mittel wirklich neu sind und nur gleich heissen wie Es gibt in der Broschüre einen weiteren Abschnitt, dem heute eine andere Bedeutung zugeschrieben würde, nämlich der — sehr funktional verstandenen — Informationskompetenz, während er fast schon zur Erziehung zu einer Ideologiekritik erklärt wird:.

Er kann sie durch selbständige Bearbeitungen, wie Tonaufnahmen, Fotografieren, Schneiden, Montieren hinter die Geheimnisse der Medienfabrikanten blicken lassen.

Eine ähnliche Kehrtwende scheint der Diskurs im Bezug darauf gemacht zu haben, ob die Kinder und Jugendlichen, die da in die Schulbibliothek kommen oder kommen könnten als Kundinnen und Kunden mit schon fertigen Interessen kommen, die zu erfüllen wären, oder ob ihre Identität mit von der Bibliothek mitgeprägt werden kann und sollte.

In der Broschüre wird es offenbar als sinnvoll angesehen, wenn die Schulbibliothek die Kinder und Jugendlichen zu Leserinnen und Lesern bildet, was auch damit einhergeht, Literatur als anspruchslos und anspruchsvoll einzuteilen und erstere offenbar nur als Übergang zu akzeptieren. Ein anderer erstaunlicher Abschnitt findet sich auf Seite Dort wird vorgeschlagen, Kinder und Jugendliche nach Jahrgangsstufe gestaffelt in die Bibliothek einzuführen, wobei Themen für die Klassenstufe 1.

Dabei bauen die Themen aufeinander auf: Im ersten Schuljahr soll zum Beispiel der Ausleihvorgang durchgespielt werden, im zweiten Jahrgang sollen Bücher eingeordnet werden und so weiter. Oder in anderen Worten: Es wird ein Spiralcurriculum vorgeschlagen, so wie es vor einigen Jahren in Öffentlichen Bibliotheken für die Zusammenarbeit mit Öffentlichen Bibliotheken diskutiert und teilweise umgesetzt wurde. Dabei ist nicht erstaunlich, dass sich dieser Vorschlag in der Broschüre findet.

Er ist gewiss ein naheliegender und auch nicht falscher. Interessant ist eher, dass er vor einigen Jahren in Deutschland als neues Konzept, welches lange angestaute Probleme lösen würde, angepriesen wurde. Lösungen, die offenbar schon einmal vorgeschlagen wurden, werden als neu präsentiert, ohne aus dem möglichen Scheitern einige Jahre zuvor zu lernen. Genauso wie die Broschüre von Schweizerischer Bibliotheksdienst, ist auch diese Broschüre durchzogen von mehr oder minder dezenten Hinweisen auf die Angebote des Schweizerischen Bibliotheksdienstes, wenn auch in dieser Broschüre weitere Einrichtungen wie das Schweizerische Jugendbuchinstitut oder das Schweizerische Jugendschriftwerk erwähnt werden.

Hauptsächlich werden Angebote des Schweizerischen Bibliotheksdienstes als grundlegend notwendig für eine moderene Schulbibliothek angepriesen: Bibliotheksfertige Bücher, Besprechungslisten des Bibliotheksdienstes und vor allem Einrichtungsvorschläge, die so eigentlich nur vom Bibliotheksdienst geleistet werden konnten.

Beispielsweise wird der Abschnitt zur Planung von Schulbibliotheken wie folgt eingeleitet:. Wer eine Bibliothek einrichten will, wird gut daran tun, sich vorbildliche Lösungen anzusehen und sich durch Bibliotheksfachleute eingehend beraten zu lassen.

Nur die Planung durch bewährte Fachleute verspricht einwandfreie Resultate. Wie auch schon reagierte diese Werbung nicht unbedingt auf eine Konkurrenzsituation — da es keine wirklich Konkurrenz für den Schweizer Bibliotheksdienst gab -, sondern scheint sich eher aus der Überzeugung hergeleitet zu haben, dass das, was der Dienst bietet, für eine professionelle Bibliothek notwendig sei und deshalb Bibliotheken dazu gebracht werden müssten, diese Angebote auch zu nutzen, um professionell zu werden.

Zusammengefasst ist die Broschüre stark autoritativ geschrieben: Es werden vor allem Behauptungen dazu aufgestellt, wie moderne Schulbibliotheken auszusehen hätten; die nur selten begründet werden. Dabei wird kaum darauf eingegangen, wie Ende der er Jahre eigentlich die Situation von Schulbibliotheken in der Schweiz tatsächlich aussah.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit gab es auch in der Schweiz zahlreiche Schulbibliotheken, die gemessen an den Anforderungen, die in der Broschüre aufgestellt werden, nicht als professionell gegolten hätten, obgleich sie keine Klassenbibliotheken darstellten.

Auffälig ist, im Vergleich zu anderen Broschüren dieser Art, dass auf konkrete Beispiele von Schulbibliotheken in dieser Publikation vollkommen verzichtet wird. Zudem versteht die Broschüre Schulbibliotheken vor allem als kleine Öffentliche Bibliotheken und schenkt der Besonderheit, dass sie in Schulen situiert sind, kaum Aufmerksamkeit.

Pädagogische Fragen werden kaum, bibliothekarische hingegen umfangreich besprochen. Was allerdings besprochen wird, scheint in weiten Teilen relativ modern, obgleich heute zum Beispiel individualisiertes Lernen oder Gruppenarbeit als Unterrichtsmethode als relativ neu dargestellt werden, ebenso wie die Hinwendung zu neuen Medien.

Gleichzeitig gibt es Unterschiede, die nicht nur mit dem technischen Fortschritt zu erklären sind, sondern mit Veränderungen im Verständnis der Aufgaben von Schulbildung. Für wen ist die Broschüre eigentlich geschrieben? Sollte sie die Schulen überzeugen, die Angebote und Beratungen des Schweizerischen Bibliotheksdienstes anzunehmen? Sollten Sie die Behörden überzeugen, von den Schulen solche Schulbibliotheken, wie sie in der Broschüre beschrieben werden, zu fordern?

Lehrerinnen und Lehrer werden mit der Broschüre kaum angesprochen, eher scheint es, als wären Behörden und Politik angesprochen, die Mittel zur Verfügung zu stellen und dann bibliothekarisch ausgebildetes Personal einzustellen wobei die Einbindung in die pädagogische Aus- und Weiterbildung explizit gefordert wird, S.

In anderen Teilen scheint die Broschüre aber selber in die bibliothekarische Arbeit einführen zu wollen. Wie bei anderen Texten zu Schulbibliotheken ist auch bei diesem nicht ganz klar, mit welchem Ziel und für welches Publikum dieser erstellt wurde.

Bestandsaufnahme und Modell ; Untersuchungen zur Situation der Schulbibliotheksverhältnisse in der Bundesrepublik und in West-Berlin ; Vorschläge zu ihrer Verbesserung. Schriften zur Buchmarkt-Forschung; Hachmann, Ute ; Hoffmann, Helga Hrsg.

Wenn Bibliothek Bildungspartner wird…: Leseförderung mit dem Spiralcurriculum. Eine Orientierung für Behördenmitglieder, Lehrer, Schulbibliothekare. Informationsblatt der Genossenschaft Schweizer Bibliotheksdienst Oktober 3. Vielleicht ist dies Zufall, aber die drei-jährige Spanne ist erstaunlich — wobei die schweizerischen Publikationen niemals die deutschen direkt abschreiben, sondern jeweils eigenständige Publikationen darstellen. Schulbibliotheken sind — abgesehen von ihrem möglichen Wert für den Alltag und Unterricht in Schulen und den Potentialen, die sie für die Schülerinnen und Schüler bieten — ein interessanter Gegenstand für die Untersuchung der Bedeutung von Bibliotheken in der Gesellschaft.

Sie sind , auch da kaum verlässliche Infrastrukturen zur Unterstützung von Schulbibliotheken — insbesondere der kontinuierlichen Finanzierung von Personal und Bestand — existieren 1 und der Unterricht in den deutschen Schulen so organisiert ist, dass per se keine Schulbibliothek benötigt wird, um erfolgreich zu unterrichten, Einrichtungen, die dann gegründet oder weitergeführt werden, wenn sich Schulen und Schulgemeinschaften für diese Einrichtungen interessieren und sie als Bereicherung ihres Alltags ansehen, wobei es recht unterschiedliche Vorstellungen davon gibt, was Bereicherung heisst.

Es bedeutet immer einen Aufwand, Schulbibliotheken einzurichten, insoweit werden sie erst aufgebaut, wenn es für sie in der Schule genügend Unterstützung gibt. Gleichzeitig schreiben sich dabei die jeweiligen Engagierten in die Schulbibliothek ein. Während die bibliothekarische Literatur die Schulbibliothek vor allem als Einrichtung begreift, die auch nach bibliothekarischen Regeln geführt werden muss — inklusive Katalog, ständig erneuertem Bestand, Reglementen für die Nutzung — werden sie in den Schulen teilweise sehr anders begriffen.

Wie, dass bestimmt sich auch immer daraus, wie Bibliotheken im Allgemeinen verstanden werden. Ein Beispiel sind Schulbibliotheken mit einem festen, unveränderlichen Bestand, der aber vom Personal als ausreichend und qualitativ gut angesehen wird. Jährlich im April wird an dieser Stelle über die Anzahl der Schulbibliotheken in Berlin und deren Verteilung in den unterschiedlichen Schulformen berichtet.

Diese Sammlung ist Teil einer Untersuchung zu Strukturen der Verteilung von Schulbibliotheken, die dabei vor allem als Einrichtungen verstanden werden, die gegründet werden, wenn sie den Schulen — als Teil der Gesellschaft — als sinnvoll erscheinen.

Die fortlaufende Ergebnisdarstellung wird in diesem Beitrag mit einer im Gegensatz zu den Vorjahren umfangreicheren Auswertung für fortgesetzt. Diese Angaben entstehen mit einer relativ einfachen, aber kontinuierlich angewandten Methode: Genutzt werden dabei alle Möglichkeiten der jeweiligen Homepage, inklusive zur Verfügung gestellter Suchfunktionen und eingestellter Dokumente.

Ausgeschlossen werden Einrichtungen, die erkenntlich für die Schülerinnen und Schüler nicht zur freien Nutzung offenstehen beispielsweise explizit keine Öffnungszeiten haben oder nur in Begleitung von Lehrpersonen besucht werden können und Einrichtungen, die reine Lehrbuchsammlungen darstellen. Dabei wird darauf vertraut, dass Schulen sich über ihre Homepages einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren, was allerdings durch die Notwendigkeit, jährlich neue Schülerinnen und Schüler zu gewinnen und durch die Vorgaben der Berliner Schulpolitik auch zu erwarten ist.

Allerdings werden mit dieser Methode Schulbibliotheken erst dann sichtbar, wenn sie auch auf den Homepages erwähnt werden. Allerdings ist zu vermuten, da Schulen regelmässig möglichst viele ihrer Angebote auf den eigenen Homepages präsentieren, so dass Einrichtungen, die zwar existieren, aber nicht erwähnt werden, im Alltag der jeweiligen Schule auch wenig Relevanz haben.

Gleichzeitig sind über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg die Homepages des Schulen aussagekräftiger geworden. Grundidee hinter der Untersuchung ist es, die Entwicklung des Schulbibliothekswesens in einem Bundesland über einen längeren Zeitraum zu betrachten. Dabei bietet sich Berlin unter anderem wegen den Unterschieden im Bibliotheks- und Schulwesen in seinen Bezirken sowie die relativ schnellen Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur in seinen Quartieren an.

Bislang gibt es, soweit sichtbar, im deutschsprachigen Raum keine solchen Zeitreihen über die Verteilung von Schulbibliotheken für einen grösseren Raum wie ein Bundesland. Für Berlin selber liegen gar keine anderen Daten über die Verbreitung von Schulbibliotheken vor. Die Daten, die von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft im Schulverzeichnis vorgelegt werden, enthalten zum Beispiel keine konsistenten Angaben.

Bislang wurden in Deutschland, zumindest soweit veröffentlicht, nur Daten über die Verteilung von Schulbibliotheken zu jeweils einem Zeitpunkt erhoben. Der Vergleich der Verteilung von Schulbibliotheken über einen längeren Zeitraum — geplant sind mindestens zehn Jahre, wobei jetzt Daten für acht Jahre vorliegen — ermöglicht, andere Phänomene mit zu untersuchen:. Aus Kontakten zu Schulen und anderen Untersuchungen ist bekannt, das viele Schulbibliotheken, wenn sie eröffnet werden, keine Neugründungen darstellen, sondern oft eine Wiedereröffnung von ehemals vorhandenen Bibliotheken bedeuten.

In vielen Schulen existieren offenbar in mehr oder minder verschlossenen Räumen oft noch alte Bestände und Möbel von Bibliotheken; eine Aufgabe bei der Neueröffnung besteht dann oft darin, diese Bestände und Möbel zuerst zu sichten. Mit einer Betrachtung der Verteilung über einen längeren Zeitraum ergeben sich mehrere Möglichkeiten: So lässt sich untersuchen, ob es Muster in der Eröffnung und Schliessung von Schulbibliotheken gibt, beispielsweise ob bestimmte Einrichtungen eine gewisse durchschnittliche Lebensdauer haben und wenn ja, wie sich diese erklären liesse.

Zu denken wäre zum Beispiel an die Fluktuation der Schülerinnen und Schüler, da Schulbibliotheken oft von deren Mitarbeit oder aber in Grundschulen der Mitarbeiter ihrer Eltern abhängig sind, die dann nicht mehr vorhanden sind, wenn die Lernenden die Schulen verlassen.

Gleichzeitig lässt sich untersuchen, ob und wie viele Schulbibliotheken längerfristig existieren, beispielsweise über den gesamten Untersuchungszeitraum. Eine Momentaufnahme, also die Erhebung der vorhandenen Schulbibliotheken zu einem bestimmten Zeitraum, kann Auskunft über die momentane Verteilung geben. Beispielsweise wurde bei der ersten Erhebung in dieser Untersuchung klar, dass in Berlin die Chance in der Sekundarstufe eine Schulbibliothek nutzen zu können, grösser war, wenn Schülerinnen und Schüler Gymnasien besuchten anstatt andere Schulen der Sekundarstufen.

Untersucht über einen längeren Zeitraum lässt sich sehen, ob solche momentanen Tendenzen strukturell angelegt sind oder zufällig vorhanden waren. Daraus liessen sich unter anderem für politisches Engagement wichtige Aussagen generieren, aber auch weiterführende Fragen zur Wirkung von Schulbibliotheken stellen.

Daten, die über einen längeren Zeitraum gesammelt werden, ermöglichen es auch, Hinweise zur Wirksamkeit bestimmter Interventionen zu geben. Sicherlich sind im schulischen Rahmen einzelne Interventionen nie alleine ausreichend, um Veränderungen durchzusetzen, insoweit liefern Datenreihen keinen Beweis für Wirksamkeiten, dennoch gibt es alleine im jetzigen Untersuchungszeitraum mindestens folgende drei Interventionen, die eine Wirkung auf die Anzahl der Schulbibliotheken erwarten liessen: Geht man von den Publikationen zu Schulbibliotheken in Deutschland seit den er Jahren — dem Jahr, in welchem in einem Projekt der Goethe Universität, welches den Aufbau von modernen Schulbibliotheken in Deutschland organisieren wollte, die erste umfassende Übersicht diesen Einrichtungen entstand 4 — und anekdotischen Evidenzen aus Bibliotheken aus, scheint es Phasen des massiven Aufbaus von Schulbibliotheken und unterstützenden Einrichtungen gegeben zu haben, die von Phasen des massiven Rückbaus dieser Einrichtungen gefolgt wurden.

Mit einer längeren Datenreihe lässt sich nach Hinweisen dafür suchen, ob dies weiterhin zutrifft und ob sich der Status und damit auch die Stellung von Schulbibliotheken zeittypischen Veränderungen unterworfen ist. Unter den Voraussetzungen der weiter oben genannten Grenzen der genutzten Methode der Datensammlung, stellt sich die Verteilung der Schulbibliotheken in Berlin, erhoben vom April , wie folgt dar: Grundsätzlich sinkt deren Zahl aufgrund der Inklusionsbemühungen in Berlin über die Jahre.

Angesichts dessen, dass die Literatur zu Schulbibliotheken davon ausgeht, dass sich solche für alle Schulen anbieten und die Möglichkeit eröffnen, Unterricht und Schulalltag zu verbessern, gleichzeitig aber betont wird, dass Schulbibliotheken nur dann sinnvoll sind, wenn sie auch in der Schule genutzt werden — was das Engagement der Lehrenden voraussetzt — ist dies eine sinnvolle Verteilung. Schulbibliotheken stehen immer in Konkurrenz zum möglichen Engagement des Lehrkörpers oder anderer Engagierter für andere ergänzende Einrichtungen wie zum Beispiel Biotope oder musikalische Angebote, insoweit ist nicht zu erwarten, dass sie aktuell in allen Schulen sinnvoll wären.

Gleichzeitig fällt die ungleiche Verteilung über die unterschiedlichen Schultypen auf: Schulbibliotheken finden sich öfter in Grundschulen — die in Berlin bis zur sechsten Klasse geführt werden — als in anderen Schulen, dass heisst auch, dass die dort tätigen Personen auf die Interessen und Bedürfnisse von Kindern und Grundschulen orientiert sind.

In den weiterführenden Schulen steigt die Chance der Schülerinnen und Schüler, eine Schulbibliothek nutzen zu können, mit dem gesellschaftlichen Status der Schulen: Das heisst ausserhalb der Gymnasien haben rund 1 von 5 weiterführende Schulen eine Schulbibliothek, bei den Gymnasien sind es 2 von 5. Dies weisst hin auf eine an den sozialen Status gebundene Chance, eine Schulbibliothek nutzen zu können. Wie erwähnt werden die Daten zu Schulbibliotheken jetzt über acht Jahre erhoben, was es ermöglicht, die Daten für mit den vorhergehenden Jahren zu vergleichen.

Dies geschieht hier in einer graphischen Darstellung, wobei die angegebenen Wert die jeweiligen Prozentwerte wieviel Schulen dieses Schultyps in Berlin hatten in betreffenden Jahr eine Schulbibliothek im Vergleich zur Gesamtheit dieses Schultyps in Berlin: Anzumerken ist hier, dass im Jahr die Entwicklung der Zahlen für Haupt-, Real- und Gesamtschulen abbrechen, da diese in diesem Jahr ausliefen, dafür startet im gleichen Jahr eine Angabe für Integrierte Sekundarschulen, die ab diesen Jahr eingeführt wurden mit einer Übergangszeit, genau , in der alle diese Schulformen existierten.

Die meisten dieser Integrierten Sekundarschulen entstanden durch eine Zusammenführung von je einer Haupt- und Realschule oder aber durch die Umwandlung von Gesamtschulen. Die Anzahl der Schulbibliotheken in Berlin ist in konkreten Zahlen Gleichzeitig ist diese Steigerung über den gesamten Zeitverlauf gesehen wenig auffällig. Ein Teil dieser Veränderung kann auch auf neu gestaltete oder inhaltlich bestückte Homepages von Schulen zurückgeführt werden.

Es wurden sowohl Schulbibliotheken neu eröffnet oder zumindest für so wichtig begriffen, dass neu auf den Homepages eingestellt wurden, als auch Schulbibliotheken nicht mehr erwähnt werden, die noch in den letzten Jahren auf den Homepages zu finden waren, und deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit geschlossen wurden.

Das ist sinnvoll, da sich auch die Berliner Schullandschaft in ständiger Bewegung befindet: Einerseits verändert sich kontinuierlich die Bevölkerungsstruktur, auch im Bezug auf das Alter, im gesamten Stadtraum, so das Schulen teilweise geschlossen oder zusammengeführt werden, während andere erweitert oder neubegründet werden müssen. Andererseits sind Schulen in Berlin dazu angehalten, sich als Einrichtungen in ständiger Veränderung zu begreifen und diese Veränderung auch planend zu gestalten.

Beginnend müssen Schulen in Berlin in einem schulinternen Prozess Schulprogramme verfassen, in welchem sie ihre Potentiale und Probleme identifizieren und gleichzeitig realistische Veränderungen planen.

Diese Programme müssen regelmässig fortgeschrieben werden, setzen also einen ständigen Veränderungsprozess als gegeben voraus, wollen ihn aber immer auch selber motivieren. Angesichts dessen, dass das Vorhandensein von Schulbibliotheken immer das Ergebnis von Entscheidungsprozessen in Schulen und deren Umfeld Fördervereine, Freiwillige, Vereine darstellt, kann aufgrund dieser Datensammlung die noch schwach begründete These aufgestellt werden, dass unter den jetzt gegebenen Voraussetzungen teil-autonome Schulen, differenzierte und ständig fortgeschriebene Schulprofile, nur geringe Unterstützungen für Schulbibliotheken aus den Öffentlichen Bibliothekswesen, bestimmte Strukturen der Freiwilligenarbeit und der relativen Praxisorientierung des Schulunterrichts etc.

Stimmt dies, dann wird sich eine Änderung dieser Zahl nur durch eine Änderung der Umstände, die zu den Entscheidungen der Schulen und Schulgemeinschaften führen, bewerkstelligen lassen. Beunruhigender sind die Entwicklungen zwischen Gymnasien und Integrierten Sekundarschulen. Letztere wurden eingeführt, um die oft kritisierten Probleme des gegliederten deutschen Schulsystems zu überwinden.

In ihnen wurden Haupt-, Real- und Gesamtschulen zusammengeführt. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, die Integrierten Sekundarschulen mit den Abschlüssen aller drei Schulstufen zu verlassen. Die Zusammenfassung hebt zum Beispiele die relative Undurchlässigkeit der Haupt- und Realschulen nach oben auf.

Es wird sich erhofft, dass Schülerinnen und Schüler durch das Vorbild der anderen Lernenden und durch die einfache Möglichkeit, länger in der Schule zu verbleiben, verstärkt höhere Schulabschlüsse anstreben werden.

Dies ist konsistent mit den Entwicklungen in anderen Bundesländern. Im Bezug auf die Schulbibliotheken wurde weiter oben schon festgestellt, dass sich die Chance, eine Schulbibliothek nutzen zu können, sich mit der Wahl eines Schultyps verändert: Entscheiden sich Schülerinnen und Schüler, und mit ihnen zusammen zumeist ihre Eltern, für ein Gymnasium, ist die Chance fast doppelt so hoch, wie bei der Entscheidung für eine Integrierte Sekundarschule.

Geht man davon aus, wie es zum Beispiel die bibliothekarische Literatur zu Schulbibliotheken tut, dass das Vorhandensein einer Schulbibliotheken einen positiven Einfluss auf den Lernergebnisse von Schülerinnen und Schüler haben kann, bedeutet dies, dass die ehedem schon mit überdurchschnittlichen Chancen ausgestatteten Schülerinnen und Schüler am Gymnasium in Berlin auch im Bezug auf Schulbibliotheken strukturell besser unterstützt werden, als andere.

Ein Blick in die Datenreihe zeigt nun, dass dies Teil einer längerfristigen Entwicklung zu sein scheint. Vergleicht man nur die Zahl der Integrierten Sekundarschulen und der Gymnasien genauer: Die Differenz zwischen den beiden Schulformen hier in Schwarz dargestellt ist in den letzten drei Jahren — also nachdem die ersten Verwerfungen im Rahmen der Schulreform selber ausgestanden waren — rasant gewachsen.

Setzt sich dieser Trend in den folgenden Jahren fort, dann würde die eine wachsende schulische und damit auch soziale Spaltung im Bezug auf Schulbibliotheken bedeuten. Gleichzeitig könnte dies aber auch auf ein anderes Phänomen hindeuten: Schulbibliotheken fördern als Einrichtungen bestimmte Formen des Lernens und der Gestaltung des Alltags, nämlich stark textlastiger.

Diese Formen der Lernens sind in Gymnasien, die ja direkt für das Studium und intellektuell basierte Karrieren ausbilden, eventuell stärker vertreten und in gymnasialen Rahmen auch erfolgreicher, als weniger textlastige — zum Beispiel mehr praxisorientierte — Formen des Lernens.

Die Verbreitung der Schulbibliotheken — die ja, wie gesagt, immer als Entscheidung der Schulgemeinschaften entstehen — könnte dies reflektieren. Schulbibliotheken könnten auch verstärkt da sinnvoll erscheinen, wo mit Texten gearbeitet wird. Aber auch dies wäre ein Hinweis auf eine zunehmende soziale Spaltung, da intellektuell basierte Karrieren in der heutigen Gesellschaft zu besseren Lebenschancen, besseren Möglichkeiten zur Gestaltung des eigenen Lebens und auch ganz basal Jobs mit besseren Löhnen und höherer gesellschaftlicher Absicherung führen.

Möglich wird durch die Datensammlung, die hier genutzt wird, auch, Aussagen über die Kontinuität der Existenz von Schulbibliotheken zu machen. Auch hierzu gibt es unterschiedlicher anekdotische Evidenzen. Einerseits gibt es Berichte von Schulbibliotheken, die von bestimmten Schülerinnen und Schülern begründet wurden und nur solange existierten, solange diese die jeweilige Schule nicht verlassen hatten.

Dies wird von Berichten unterstützt, die auf die Wiedereröffnung und -belebung von Schulbibliotheken berichten. Gleichzeitig gibt es Schulbibliotheken, die auf Jahrzehnte der Existenz verweisen können.

Insoweit ist das Bild nicht einheitlich. Die Daten der konkreten Schulen wurden dafür in einer einfachen SQL-Datenbank gesammelt und strukturiert wobei die Entwicklung der Schullandschaft in Berlin, bei der Schulen zusammengelegt, wieder aufgetrennt und zudem oft Umbenannt werden, dies unerwartet kompliziert machte.

Die Sammlung dieser Daten zeigt eine Unstetigkeit in der Datensammlung auf, die allerdings so oft auftritt, dass sie nicht einfach mit einem Fehler in der Datensammlung zu erklären ist: Es ist zu vermuten, dass eine Anzahl der Schulen bei Umstrukturierungen ihrer Schulhomepages Schulbibliotheken ausblenden und erst später hinzutragen.

Gleichzeitig gibt es ganz offensichtlich Schulen, in den Schulbibliotheken geschlossen wurden. Die Kurt Schwitters Oberschule oder die Friedrich Ebert Oberschule geben zum Beispiel beide von bis an, eine Schulbibliothek zu haben, danach aber nicht mehr. Da beide von bis heute keine Schulbibliothek erwähnen, ist davon auszugehen, dass die einmal vorhandene geschlossen wurde.

Zwischen April und eröffneten alle vier ihre Schulbibliotheken offenbar neu, zumindest tauchten sie wieder auf den Homepages auf. Angesichts dieser Überlegungen wurde die Datenbank bezüglich der Kontinuität der Schulbibliotheken in Berlin ausgewertet. Dabei wurde wie folgt vorgegangen: Bezieht man dies ein und unterstellt zudem den Bibliotheken, die erwähnt wurden, aber nicht , dass sie wieder erwähnt werden, ergeben sich folgende Daten bei, zur Zeit, Schulen in Berlin:.

Dabei kann bei den Bibliotheken, die in diesem oder dem letzten Jahr das erste Mal erwähnt wurden, noch nicht wirklich von einer Kontinuität ausgegangen werden kann. Insgesamt enthält die Datenbank Schulen, die in den Jahren bis mindestens einmal angegebenen hatten, eine Schulbibliothek zu besitzen. Diese Zahl lässt sich nicht direkt mit der Zahl der heute vorhandenen Schulen in ein Verhältnis setzen, da einige der Schulen inzwischen geschlossen oder mit anderen Schulen zusammengelegt wurden.

Die Schulbibliotheken, die sich fest in den Schulen etablieren, existieren dann über einen längeren Zeitraum und bieten damit einen verlässlichen Punkt im Schulalltag. Viele Schulen führen Schulbibliotheken ein, aber ein relevanter Teil der Schulen entscheidet sich auch dafür, diese relativ schnell wieder zu schliessen.

Offenbar überzeugen diese — oder zumindest der Aufwand, der für sie nötig ist — die Schulgemeinschaften nicht. Dies ist wieder relevant für Fragen des Engagements für Schulbibliotheken: Schulbibliotheken, die langfristig existieren, können auch beginnen, auf einen Erfahrungsschatz zurückzugreifen und diesen untereinander auszutauschen. Sie haben mit hoher Wahrscheinlichkeit eine relativ gesicherte Position in der jeweiligen Schule immer im Rahmen der Möglichkeiten , und können es deshalb auch wagen, bestimmte Experimente einzugehen.

Diese Schulbibliotheken — die aktuell den Grossteil der existierenden Schulbibliotheken darstellen — können, insbesondere in Zusammenarbeit mit ähnlichen Einrichtungen, eine Professionalisierung vorantreiben. Sie können sich auch mit anderen Fragen beschäftigen, als der, wie Schulbibliotheken begründet werden können.

Gleichzeitig gibt es offenbar immer eine Anzahl von Schulbibliotheken, die nur eine kurze Zeit offen sind. Hier wäre es interessant zu wissen, was diese Einrichtungen auszeichnet. Ist es zum Beispiel tatsächlich vor allem ein Ergebnis des Engagements einzelner Schülerinnen und Schüler, die dann irgendwann die Schule verlassen?

Ist es abhängig von der Laufzeit einzelner Förderungen, beispielsweise für geringfügig Beschäftigte? Entscheidet sich die jeweilige Schulgemeinschaft explizit gegen diese Schulbibliotheken? Insbesondere, wenn diese Schulbibliotheken tatsächlich das Projekt einzelner Schülerinnen und Schüler ist, sollte das nicht zu gering geachtet werden: Sie hätten dann in prägenden Jahren ihrer Jugend mit dem Führen einer Bibliothek gewiss wertvolle Kompetenzen erworben und eine grosse Selbstwirksamkeit erfahren.

Eventuell müssen solche Projekte dann immer wieder beendet und andere begonnen werden, damit nachfolgende Generationen von Lernenden die gleich Selbstwirksamkeit erfahren können. Interessant wird dann für eine Auswertung nach zehnjähriger Laufzeit sein, wie lange solche Bibliotheken, die wieder geschlossen werden, im Durchschnitt existieren. Weiter oben wurden Interventionen angesprochen, deren Wirkung sich eventuell in den gesammelten Daten zeigt könnte.

Überprüft man dies nun, ergibt sich ein — wie immer mit extremer Vorsicht zu geniessendes — uneinheitliches Bild. Die Schulreform in Berlin, die lange Zeit vorbereitet wurde und somit die Schulen auch nicht unerwartet traf, fällt quasi mit dem Ende der massiven Steigerung der Zahl von Schulbibliotheken zusammen.

Offenbar erzeugt die nach der Reform gegebene Struktur dieses Ergebnis mit, obwohl ein kausaler Zusammenhang nicht zu bestehen scheint. Einzig, dass Schulen eine Verantwortung für ihre Angebote übernehmen müssen — ausgedrückt in den Schulprogrammen — und deshalb unter Umständen regelmässig über das Einrichten oder Schliessen von Schulbibliotheken nachdenken.

Der Wettbewerb Schulbibliothek des Jahres, der und von der Arbeitsgemeinschaft der Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg durchgeführt wurde, zeigt sich nicht in den Daten selber. Auf einer Anzahl der Homepages von Schulbibliothek und Schulen finden sich allerdings die Urkunden dieses Wettbewerbs, insbesondere, aber nicht nur, bei Bibliotheken, welche in diesem gewonnen haben.

Der Wettbewerb selber, der erklärtermassen auch dazu beitragen soll, gute Schulbibliotheken als Vorbild zu präsentieren und Schulbibliotheken dazu anzuregen, dass sie sich nach aussen präsentieren, fällt in die Zeit, in der sich die Zahl der Schulbibliotheken zu stabilisieren scheint. Das heisst nicht, dass der Wettbewerb keinen Einfluss haben muss: Gezählt wird in dieser Untersuchung ja nur die Anzahl und Verteilung der Schulbibliotheken, nicht die Qualität der Arbeit der vorhandenen Einrichtungen.

Gleichzeitig lässt sich die These aufstellen, dass ein solcher Wettbewerb auf eine gewisse Höhe der Professionalisierung der Schulbibliotheken und der Arbeitsgemeinschaft schliessen lässt.

Interessant sind die Zeitpunkte des Erscheinens der weiter oben genannten Praxisbücher für Schulbibliotheken. Diese sind alle mit dem Anspruch publiziert worden, das Eröffnen und das Weiterführen von Schulbibliotheken zu unterstützen. Allerdings erschienen sie allesamt zu einem Zeitpunkt, in welchem sich die Zahl der Schulbibliotheken in Berlin zu stabilisieren scheint.

In gewisser Weise erscheinen sie für ihren eigenen Anspruch einige Jahre zu spät. Wieder sagt dies nichts darüber aus, ob sie nicht dabei geholfen haben, die Qualität der schulbibliothekarischen Arbeit zu unterstützen oder in anderen Bundesländern wirksam waren.

Eine andere mögliche Interpretation liegt allerdings ebenso nahe: Die drei Bücher könnten auch als Ergebnis einer bestimmten Professionalisierung der Schulbibliotheken gedeutet werden , also als Ausdruck einer gewissen Entwicklung, die inhaltlich eher darstellen, was Schulbibliotheken heute sein können oder sollen — und weniger als Einführungen für bislang nicht mit Schulbibliotheken vertraute Personen.

Zum Abschluss sollen einige bemerkenswerte Beispiele für die Entwicklungen in Schulbibliotheken in Berlin gezeigt werden, um ein Bild von der Lebendigkeit, die hinter den einfachen Zahlen verschwindet, zu vermitteln.

Dabei steht hinter allen Schulbibliotheken immer eine Anzahl von äusserst engagierten Personen, die diese Arbeit selbstverständlich nicht für die Zahlen in diesem Beitrag leisten, sondern aus guten, anderen Gründen: Weil sie Schulbibliotheken sinnvoll finden. Die offenbar neuste Gründung einer Schulbibliothek fand offenbar am Das erscheint vielleicht wenig, ist aber mehr an Information, als zu vielen anderen Schulbibliotheken zu finden ist.

Das Rosa Luxemburg Gymnasium hat seiner Schulbibliothek eine eigene Homepage kreiert, nachdem die Bibliothek erst im letzten Jahr neu angekündigt wurde. Während einige Schulbibliotheken geschlossen werden, bauen andere ihre Infrastruktur so weit aus, dass sie eigene Online-Kataloge schaffen.

Stellvertretend steht dafür die Grundschule an Bäke. Gleichzeitig, die ist schon mehrfach angedeutet worden, schliessen Schulbibliotheken. Manchmal hinterlassen sie für eine gewisse Zeit auch auf den Homepages — und nicht nur in den Schulen selber — Artefakte.

Teilweise verschwinden solche Erwähnungen auch nach einigen Jahren einfach wieder. Die Hauptmann von Köpenick Schule eine Grundschule erwähnt in ihrem schulinternen Curriculum explizit die Schliessung ihrer Bibliothek, inklusive des Schliessungsgrundes: Hinweise mit dem Verweis auf fehlendes Personal finden sich relativ oft.

Sehr schön ist folgende Meldung aus der Historie des Fördervereins der — nota bene! Wochenschau inhaltsgleich mit dies. Planung — Betrieb — Nutzung. Debus Pädagogik; Kirmse, Renate Die Schulbibliothek im Zentrum: BibSpider, das allerdings nicht den Anspruch einer Praxishilfe erhebt, sondern als Erfahrungsberichts und Argumentation für einen nicht-bibliothekarischen Blick verstanden werden will.

Wurden diese in den letzten Jahren relativ oft verlinkt und konnten als Quelle für die Ausstattung der Schulen genutzt werden, sind sie heute oft verschwunden, teilweise mit dem Hinweis, dass sie überarbeitet würden. Entgegen steht dem zum Beispiel, dass in den rund zehn Freien Waldorfschulen in Berlin kontinuierlich nur zwei bis drei Schulen insgesamt über die Jahre sind es auch nur drei der zehn Schulbibliotheken ausweisen, obwohl die Schülerinnen und Schüler in diesen Schulen bekanntlich aus relativ hohen Sozialschichten stammen.

Ebenso vermitteln die Privatschulen ein uneinheitliches Bild. Auch hier sind vor allem Kinder und Jugendliche aus hohen Sozialschichten zu finden und einige der Einrichtungen weisen relativ kontinuierlich Schulbibliotheken aus, aber bei Weitem nicht alle und auch nicht alle grossen. Man kann also nicht hohe Sozialschicht direkt mit der Möglichkeit der Nutzung einer Schulbibliothek gleichsetzen, zumal gerade in Grundschulen, die darauf hinweisen, sich in sozialen Brennpunkten zu befinden, Schulbibliotheken existieren.

Bibliotheken als Bildungseinrichtung Bildung und Gutes Leben. Archiv Schulbibliotheken RSS for this section. Umbruchzeiten Mehrere der Bücher berichten in kurzen Abrissen davon, wie sich Schulbibliotheken zumindest auf der offiziellen Ebene in den er entwickelten.

Es kommen viele zum Baden. Doch es gibt dadurch auch Probleme. Denn viele kommen mit dem Auto und an dem kleinen Schwimmbad sind zwar Parkplätze, aber zu wenige. Die vorhandenen Parkplätze reichen bei Weitem nicht aus, wenn so viele Badegäste kommen, hat Hartmann beobachtet. Und es hat ihn etwas gestört.

Nicht, dass die Autos auch gegen die Fahrtrichtung parkten, sondern, dass sie abgestraft worden sind vom Ordnungsamt. Doch um gar nicht erst in die Bredouille zu kommen, hatte Hartmann doch noch einen Ausweichparkplatz im Sinn.

Die Idee, so Bürgermeisterin Susan Falke, wolle sie gern mitnehmen und prüfen lassen. Doch sie gab sich weniger optimistisch. Auch Stadtwehrleiter Rudi Waldeck hegt Bedenken.

Das Wachstum der Schulbibliotheken und das Moderne der modernen Schulbibliotheken

Die kleine Szene beweist: Wie in vielen anderen Publikationen zu Schulbibliotheken enthält auch diese eine lange Aufzählung von Tätigkeiten, die in der Schulbibliothek ausgeführt werden sollten:

Closed On:

Und dann weine ich so lange, bis ich Kopfweh habe oder bis die Dora sagt: Durch die Krankheit der Mama habe ich gar keine Zeit gehabt, von der Schule etwas zu schreiben, obwohl schon manches zum Schreiben gewesen wäre, z.

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